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Victoria Ashcombe Books

Die Kitzkammer am Hohen Meißner

  • Autorenbild: Markus Voigt
    Markus Voigt
  • 9. Juli
  • 3 Min. Lesezeit

Sagenort, Säulenbasalt und das Tor zu Frau Holles Reich

Wer im Geo-Naturpark Frau-Holle-Land unterwegs ist, stößt früher oder später auf einen Namen, der neugierig macht: die Kitzkammer. Eine bizarre Felsformation aus Basaltsäulen, hoch oben auf dem Plateau des Hohen Meißners – und einer der eindrucksvollsten Sagenorte Nordhessens. Dieser Beitrag fasst zusammen, was die Kitzkammer besonders macht, wie man sie erwandert und warum dieser Ort den Ausgangspunkt für die Trilogie um Victoria Ashcombe bildet.


Was ist die Kitzkammer?

Die Kitzkammer ist eine markante Wand aus fünf- bis sechseckigen Basaltsäulen am Hohen Meißner, dem höchsten Berg Nordhessens. Der Säulenbasalt entstand vor Millionen Jahren, als Lava langsam abkühlte und in diese charakteristischen, fast wie von Menschenhand gestapelten Formen erstarrte. Das Ergebnis sieht aus wie ein natürliches Steinmosaik – ein Anblick, der schon viele Wanderer verblüfft hat.

Geologisch ist die Kitzkammer ein Fenster in die Entstehungsgeschichte des Meißners. Bis in die 1970er Jahre wurde am Berg Braunkohle abgebaut; über dreißig Stollen aus mehreren Jahrhunderten durchziehen ihn bis heute. Die Kitzkammer selbst aber ist älter als jeder Bergbau – sie ist reine Natur.


Die Sage von der Kitzkammer

Ihren Namen verdankt die Felswand einer alten Sage. Der Überlieferung nach soll Frau Holle hier junge Mädchen eingesperrt haben, die durch Eitelkeit oder Neid auffielen – und sie in Kätzchen verwandelt haben. „Kitz" als Verkleinerungsform, die Kammer als Verlies: Die Kitzkammer ist damit einer von mehreren Frau-Holle-Orten am Meißner, an denen die Göttin der Sage nach gegenwärtig ist. Denn der Hohe Meißner gilt als Hausberg der Frau Holle. Nicht weit von der Kitzkammer liegt der berühmte Frau-Holle-Teich, der schon in vorchristlicher Zeit ein Verehrungsplatz war und der Sage nach als Eingang zu Holles unterirdischem Reich gilt. Wer beide Orte an einem Tag besucht, bekommt ein Gefühl dafür, wie dicht sich Mythos und Landschaft hier überlagern.


Die Wanderung zur Kitzkammer

Die Kitzkammer liegt am Premiumweg P1 „Hoher Meißner" – einer rund 13 Kilometer langen Rundtour, die mit dem Deutschen Wandersiegel ausgezeichnet ist und zu den schönsten Wegen der Region zählt. Sie führt nicht nur zur Kitzkammer, sondern auch zum Frau-HolleTeich, über artenreiche Bergwiesen, durch Basalt-Blockmeere und zu weiten Ausblicken bis in den Harz.

Die wichtigsten Eckdaten:

  • Länge: ca. 13,5 km (Rundweg)

  • Dauer: ca. 4 Stunden

  • Schwierigkeit: mittelschwer – einige steile An- und Abstiege, Natursteinstufen erfordern Trittsicherheit

  • Beste Zeit: April bis Oktober; im Winter wegen Loipenbetrieb teils gesperrt

  • Startpunkte: u. a. Wanderparkplatz Schwalbenthal, Parkplatz am Frau-Holle-Teich (L3242) oder am NaturFreunde-Meißnerhaus

Wer es kürzer mag, muss nicht die ganze Königstour gehen: Es gibt auch geführte, leichter zu laufende Touren zur Kitzkammer, etwa vom Meißnerhaus aus. Geführte Wanderungen mit Naturparkführerinnen und -führern lassen sich über den Geo-Naturpark Frau-Holle-Land buchen – wer die Sagen aus erster Hand hören möchte, ist damit gut beraten.

Ein praktischer Hinweis:

Der Basalt kann bei Nässe sehr rutschig sein. Festes Schuhwerk ist Pflicht, und an der Kitzkammer selbst lohnt es sich, kurz innezuhalten, statt über die Steine zu klettern.

Anfahrt und Praktisches

Der Hohe Meißner liegt im Werra-Meißner-Kreis, gut erreichbar von Eschwege, Bad SoodenAllendorf und Hessisch Lichtenau. Mit dem Auto steuert man einen der Wanderparkplätze auf dem Plateau an; mit öffentlichen Verkehrsmitteln bringt einen die Buslinie 290 von Eschwege oder Hessisch Lichtenau zu den Haltestellen Schwalbenthal oder Berggasthof. Aktuelle Verbindungen finden sich beim Nordhessischen Verkehrsverbund (NVV). Einkehrmöglichkeiten gibt es am Berg, etwa am Naturfreundehaus Meißnerhaus. Aktuelle Öffnungszeiten sollte man vor der Tour prüfen.

Vom Sagenort zum Romanschauplatz

Die Kitzkammer ist mehr als eine geologische Sehenswürdigkeit – sie ist ein Ort, an dem die Grenze zwischen Wirklichkeit und Sage spürbar dünn wird. Genau dieser Eindruck stand am Anfang der Trilogie um Victoria Ashcombe: Bei einer Wanderung zur Kitzkammer entstand die Idee zu einer Geschichte, in der die alten Sagen des Frau-Holle-Landes plötzlich wahr werden. Im ersten Band, „Der Ruf der uralten Wächterin", steigt die siebzehnjährige Victoria in die Kitzkammer – und kommt im Jahr 1825 wieder heraus. In einer Welt, in der Frau Holle keine freundliche Bettenschüttlerin ist, sondern eine uralte Wächterin zwischen den Welten. Die Orte, durch die sie reist, gibt es alle wirklich: die Kitzkammer, den Frau-Holle-Teich, die Wälder des Hohen Meißners. Wer also das nächste Mal vor den Basaltsäulen der Kitzkammer steht, darf ruhig einen Moment lang die Augen schließen – und sich fragen, was wohl geschähe, wenn die Zeit an diesem Ort tatsächlich ein wenig dünner wäre als anderswo.

Lust, selbst über die Schwelle zu treten?

Victorias Geschichte beginnt genau hier – an den echten Orten des Frau-Holle-Landes.

Lies die ersten vier Kapitel als Leseprobe und verfolge diesen Blog, um Hintergründe, exklusive Leseproben und Neuigkeiten zur Trilogie als Erste:r zu erfahren.

 
 
 

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